Wie du in Zeiten von Corona gut für dich und deine Organe sorgen kannst

von TCMlerin

Auch wenn sich Angst als kalte Emotion zeigt und den Energiefluss erstarren lässt, so ist die aktuelle Energiequalität durch die Verbreitung der Corona-News, die vielen Reize und Anforderungen vor allem eins: heiß und yangig. Schnelle Nachrichten, die wie der Wind weitergetragen werden, rasche Entscheidungen, die getroffen werden müssen, Formulare, die prompt noch ausgefüllt werden müssen, um die Sofort-Hilfen in Ansprüchen nehmen zu können. Dazwischen müssen noch die Kinder versorgt und die Video-Konferenz abgehalten werden. Es ist das Tempo und die sich überschlagenden weltweiten Ereignisse, die uns innerlich zum Kochen bringen und auch Emotionen hochkochen lassen. Anspannung, Druck und Schnelligkeit lassen unseren Körper aus der Balance kippen, wenn ihn das Wesen des Yin nicht auffangen kann. Dann reagiert das Herz vielleicht mit vermehrtem Schwitzen und Schlaflosigkeit, die Leber mit Schwindel, die Milz mit Verdauungsproblemen, die Lunge mit flacher Atmung, die Niere also Kompagnon des Herzens möglicherweise mit Rückenschmerzen.

Gemäß TCM wirken unverarbeitete Emotionen unmittelbar auf die Organe. In diesen Tagen sind es vor allem:

  • Unflexibilität, Starrheit, Sturheit zeigen sich oft in Wut und Aggression. (Ablehnung von Veränderungen). Diese schwächen dein Holz-Element => Leber und Gallenblase
  • Hitziges Debattieren, unablässiges Sprechen über das Weltgeschehen, Verbreitung von Panik und Worst-Case-Szenarios schwächen dein Feuer-Element => Herz und Dünndarm
  • Grübeln und sich gedanklich im Kreis drehen schwächen dein Erd-Element => Milz und Magen
  • Angst vor Trennung, Verlustängste, Anhaftung an materiellen Werten schwächen das Metall-Element => Lunge und Dickdarm
  • Existenz-Angst, Weltschmerz, Angst die Kontrolle zu verlieren und Zukunftsängste schwächen dein Wasser-Element => Niere und Blase

Jeder „negativen“ Emotion steht immer auch eine „positive“ Emotion gegenüber. In jedem Yin ein Yang. Und so ist in jeder Angst auch das Vertrauen nicht weit. Emotionen schwächen erst dann, wenn wir uns gegen die Verarbeitung der Emotionen wehren, sie ablehnen, ignorieren oder uns in ihnen suhlen. Sich also mit seinen Emotionen wirklich auseinanderzusetzen lässt uns gesunden. Jetzt ist die Zeit, sich den Emotionen und einschränkenden Verhaltensmustern wirklich zu widmen.

In Krisenzeiten läuft nicht nur dein Geist auf Hochtouren sondern auch dein Körper. Denn er tut alles, um dich zu unterstützen. Indem du als Freund an seiner Seite stehst und gut für dich sorgst, geht vieles für ihn leichter.

Wie du dich gerade jetzt gut unterstützen kannst:

  • Lass alles, was dich aufputscht und dich noch mehr aufheizt weg: aufregende Filme, Alkohol, Kaffee sowie Erhitzendes wie z. B: Ingwer, Fenchel, Chilli, Scharfes, Yogi-Tee (Die yangige Wirkung auf Ängste und Emotionen ist nicht zu unterschätzen)
  • Genieße stattdessen gegen Abend einen Tee aus beruhigenden Kräutern wie Melisse, Rose, Hopfen oder Lavendel 
  • Halte dich falls möglich oft in der Natur auf – natürlich nur mit den Menschen, mit denen du zusammenlebst oder alleine
  • Achte darauf, dass du vor allem in der Yin-Zeit des Abends dich nicht mehr mit Nachrichten beschäftigst und bestenfalls blaues Licht von Smartphone und TV vermeidest. 
  • Kreativität durch malen, basteln, musizieren etc. nährt das Yin und bringt dich in Kontakt mit deinem schöpferischen Ausdruck
  • Tagebuch schreiben bewegt deine Emotionen und hilft dir, deine Ängste zu verarbeiten und zu reflektieren
  • Liebevolle Gespräche und nährender Austausch mit Menschen, die dir nahe stehen nährt ebenfalls das Yin
  • Intuitive Bewegung wie Tanzen, Yin-Yoga, Meridian-Stretching etc. bringt dich in Kontakt mit deinem Körper und hilft, gestautes Qi sanft zu bewegen (Bei zu viel Hitze im Kopf ist yangiger Sport eher kontraproduktiv)
  • Selbstmassagen, Zärtlichkeiten mit Familienangehörigen und deinem Partner nähren dein Herz, das sich nach Ruhe sehnt
  • Weniger Reize auch in der Nahrung. Auch wenn du vielleicht gerade jetzt nach noch mehr Süßem, Fettigen oder Salzigen verlangst, achte darauf, dich so ursprünglich und natürlich wie möglich zu ernähren. Frische Kräuter (Bärlauch, Petersilie, Brennnessel, Löwenzahn etc.), leichte Reisgerichte mit Gemüse, saftige Gerichte oder Suppen entlasten deine Verdauung, bewegen das Qi, reinigen das Blut und bauen es gleichzeitig auf. 
  • Wenn deine Verdauung rebelliert, iss dreimal täglich warm
  • Meditation hilft dir, dich zu fokussieren und immer wieder in deine Mitte zurückzukehren.
  • Dem Atem deine Aufmerksamkeit schenken. Dazu gibt es von Daniela Hutter eine tolle/kostenfreie Meditation: https://podcast7df7b7.podigee.io/18-atem-erinnert  (ist meine persönliche Herzensempfehlung)
  • Achte auf einen gleichmäßigen Rhythmus, wenn du aktuell Zuhause bist und dein Tagesablauf sich komplett verändert hat. Die Leber liebt Rhythmen. Gehe zur selben Zeit ins Bett wie sonst und stehe auch zur selben Zeit wieder auf. 
  • Schlaf Schlaf Schlaf. Im Liegen regeneriert sich die Leber, und das Yin kann das ruhelose Yang in Zaum halten, wenn wir in der Yin-Zeit des Abends den Tag loslassen und unseren Sinnen eine Auszeit schenken.

Bestimmt kannst du die Liste für dich vervollständigen. Denn es gibt so vieles, was uns in diesen Tagen gut tut. Es braucht aber auch unsere Disziplin für Selbstfürsorge und den Fokus dort hin zu richten, wo die Energien wieder fließen können. Erinnere dich: Dein Körper arbeitet immer für dich. Er möchte gesund sein. Das Leben meint es gut mit dir – auch JETZT. 

Komm gut durch die Zeit mit allem, was es gerade braucht. Mögen dich Geduld, Mitgefühl, Umsicht, Vertrauen, Ruhe und Zuversicht begleiten.

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