Der Winter in der TCM – das Wasser-Element, Zeit des großen Yin

von TCMlerin

Wenn sich nahezu alle Energien der Bäume in ihre Wurzeln zurückgezogen haben um dort ihre Kräfte zu sammeln und zu bewahren, dann ist in der TCM der Winter angebrochen. Diese Zeit des Bewahrens und Behütens wird in der TCM Der die Zeit des höchsten Yin genannt. Das bedeutet Rückzug, Stille, Loslassen und Dunkelheit sowie das Speichern der Energien stehen hier im Vordergrund. Die Lebenskräfte ziehen sich in ihr Innerstes zurück.

Der Winter mit seiner besonders geheimnisvollen Energie lädt uns ein, nach innen zu lauschen und die Dinge in der Tiefe „reifen“ zu lassen, damit sie ins Leben hineingeboren werden können. Yin-Zeit, das bedeutet körperliche und geistige Aktivitäten auf ein Level zu beschränken, damit wir vor allem unser Yin nicht erschöpfen.

Mitten im tiefsten Winter wurde mir schließlich bewusst, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer wohnt.

Albert Camus

Die Wandlungsphase Wasser

Das Wasser-Element, das dem Winter zugeordnet wird, gilt als Wurzel aller Yin- und Yang-Kräfte im Körper. In ihm ist alles Leben enthalten. Hier dient wieder die Natur als bildreiches Beispiel. Ein Samen gedeiht am Besten in der Dunkelheit, in der Stille, im Verborgenen. Das Wasser spendet dem Samen die Essenz, die er braucht, damit er keimen kann.

Stille Wasser sind tief.
Wasser sucht stets den tiefsten Punkt – entsprechend dem weiblichen Prinzip. Das Wasser-Element braucht den Wechsel von Ruhe und Kraft und nimmt viele Formen an. Somit ist das Wasser stets im Wandel. Ein gewaltiger Ozean entspricht ebenso dem Wasserelement wie ein ruhiger Gebirgssee. Für das Wasser ist immer die Balance zwischen treibender Kraft und Fließenlassen erstrebenswert. Und für uns Frauen bedeutet das: Nichts auf Biegen und Brechen in die Umsetzung zu bringen sondern den richtigen Moment abzuwarten und dem Prozess zu vertrauen. Denn zum richtigen Zeitpunkt geht es ganz wie von selbst.

Die Niere

In jeder Wandlungsphase dominiert ein Organsystem. Im Winter sind es Niere und Blase. Übrigens, in der TCM wird immer nur von „der Niere“ gesprochen, auch wenn wir mit zwei Nieren gesegnet sind.

Eine starke Niere zeigt sich bei dir als Frau…

.. wenn du willensstark bist (nicht zu verwechseln mit Dickköpfigkeit 😊). Mit einer kraftvollen Niere weißt du ganz genau, was du willst und ziehst dafür los. Wenn du trotz deiner Rückschläge wieder aufstehst und deine Vorhaben voller Vertrauen durchziehen kannst, dann ist daran vor allem deine Niere beteiligt, die dich mit Reserven ausstattet und dir einen langen Atem verleiht.

Vertrauen ist die Emotion der Niere und ist der Gegenspieler zur Angst, die deine Niere schwächt. Wenn dir Vertrauen fehlt, dann neigst du dazu ängstlich zu sein. Dann kann es helfen, wenn du deine Wurzeln stärkst. Mut und Selbstvertrauen stärken deine Niere.

Was uns an die Nieren geht:

  • Existenzängste
  • Stress, Überarbeitung und Überforderung
  • Wenn wir Dramen kreieren und uns zu viel Sorgen machen
  • Extremes Sporttreiben
  • Schocks und Schicksalsschläge (Meist bekommen wir schlagartig graue Haare oder Haarausfall)

In den Nieren sind unsere Reserven gespeichert. Gehen wir dauerhaft über unsere Grenzen – körperlich, geistig und emotional – dann erschöpft das unsere Nierenessenz und nicht zuletzt auch unsere Lebenskraft.

Photo: via pexels. Thank you!

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